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Thema NEUES AUS DER GASTRONOMIE

 

Die Neuen sind die Alten

Nach 16 Jahren Pause haben die Eigentümer der „Trotzburg“ ihr altes Restaurant wieder aufleben lassen. Marion Sindelar und
Jürgen Dirksen bieten eine ehrliche deutsche Küche mit viel Handarbeit zu bezahlbaren Preisen an. Im Ausschank sind Pfälzer Weine vom Winzer.

VON HERIBERT BRINKMANN

RP-FOTO: KLAUS DIEKER

Jürgen Dirksen macht es wie sein Vater Karl. Bei den gleichen Weinkellereien in Rheinland-Pfalz sucht er den Wein selber aus. Für die Küche in der Trotzburg ist Marion Sindelar verantwortlich.

 

MOERS Am ersten Tag nahmen sie nur zehn Euro ein. Heute sind sie mit dem Besuch ihres Restaurants „mehr als zufrieden“. Am 29. Juni haben Jürgen Dirksen und Marion Sindelar das Haus „Zur Trotzburg“ wieder eröffnet. „Seit 16 Jahren habe ich nicht mehr gebackenen Camembert wie in der Trotzburg essen können“, schwärmte eine Kundin. Kein Wunder, Marion Sindelar stand schon vor 16 Jahren hinter dem Herd. Sie hat ihre Kochlehre dort absolviert - bei Jürgen Dirksen. Dirksen musste die Küche aus gesundheitlichen Gründen verlassen, die Trotzburg wurde verpachtet. Vier Pächter haben sich an dieser Stelle versucht, die letzten fünf Jahre kochte dort ein Jugoslawe.

Bezahlbar

Auf der Suche nach einem neuen Pächter haben sich die beiden Moerser 120 Bewerber angesehen. Alle passten eigentlich nicht zur Tradition des Hauses, das seit 1893 von der Familie Dirksen betrieben wird. Jürgen Dirksen ist jetzt die vierte Generation. Um nicht die Konzession zu verlieren, hat Dirksen die Trotzburg wieder selber übernommen. Und er hat aus Fehlern in der Gastronomie gelernt. Weil die Gäste nicht mehr bereit oder in der Lage sind, für teures Geld essen zu gehen, kalkuliert er „besucherfreundlich“. Das Glas Bier kostet 1,10 Euro, das Wasser ein Euro. Ein Renner ist Speckpfannkuchen für 6,50 Euro. Saure Nierchen - „wo bekommt man die noch?“ - gibt es auch für 6,50 Euro.

Dirksens Vater Karl war ein Weinkenner, der selber beim Winzer einkaufte. Jürgen Dirksen hat die alten Rechnungen seines Vaters herausgekramt und die Kontakte erneuert. So gibt es ausschließlich Winzerweine von der Mosel und aus der Pfalz. Statt Grappa wird dann ein milder Trester angeboten.

Marion Sindelar bietet echte „Handarbeit am Herd“. Bei ihr kommt das Schnitzel aus der Pfanne und nicht aus der Friteuse. Fett aus der Spritzpistole gibt es ebenso wenig wie Panade mit Bräuner oder Braten aus dem Kombidämpfer. Auch die Kroketten werden selbst gemacht.

Es ist aber nicht alles beim Alten geblieben. Dirksen hat neue Ideen und Produkte eingeführt, etwa den Schokochino, eine in Münster entdeckte Mischung aus Kakao und Espresso. Und aus den Niederlanden kommt der Olifant, ein oude Graanjenever. Früher galt die Trotzburg als reines Speiselokal. Dirksen und Sindelar haben direkt ans Fenster zwei Stehtische gerückt. Denn auch Gäste, die etwa nach einer Veranstaltung im Adolfinum, auf einen Absacker vorbeikommen, sind willkommen. Der obere Bereich hat deswegen einen Bistro-Charakter erhalten, der untere ist reines Restaurant. Dort sind nicht nur die alten Lampen erhalten, das Hotelbesteck ist auch noch da. Die Stammgäste von damals können ihren Kindern oder Enkeln die Wappen des Altkreises Moers an den Wänden zeigen. Bei Alt und Jung kommt die traditionelle Küche an. Ruhetag ist der Montag.

 

INFO

Zur Trotzburg

Ihren eigentümlichen Namen verdankt diese Gaststätte 1875 dem Maurermeister Jung, der dem Restaurant vergeblich ein Grundstück verkaufen wollte und aus Trotz ein „Bügeleisen“-Haus davor setzte. Karl Dirksen erwarb es später von der Stadt, ließ es abreißen und baute das „Hotel zur Trotzburg“.

 

Quelle:

Rheinische Post  Ausgabe vom 07.12.2006 / MO-L6

Ein Dankeschön an die Redaktion, Herrn Brinkmann und Herrn Dieker, die dieser Veröffentlichung zustimmten.

 
Copyright © 2006 Restaurant "Zur Trotzburg" GmbH, 47441 Moers, Germany